Sonntag, 23. November 2008

10. & 11. 11. 2008 Coffs Harbour

Wir fahren weiter nach Coffs Harbour, wo wir am Mittag ins Port Portoise wollen, eine Anlage mit Delphinen und Seehunden. Um 13:00 soll dort eine Vorstellung beginnen (Ueberraschung fuer die Kinder). Wir sind nach unserer Uhr auch puenktlich da, nur sind wir inzwischen im Staat New South Wales und nicht mehr in Queensland und da gibt es einen Zeitunterschied von einer Stunde, was wir nicht bedacht haben. Tja, Pech gehabt. Wir verschieben den Besuch auf morgen und gehen als Alternivprogramm ins KFC - mal wieder ganz normales Fastfood essen, statt Selbstversorgung.

Am naechsten Tag also besuchen wir die Delphinshow. Die Delphine zeigen ein paar Kunststuecke und man kann sich mit ihnen photographieren lassen. Alles auf den durchschnittlichen Geschmack des Besuchers ausgerichtet. Nach der Show kommt ein Betreuer auf unsere kleine Gruppe zu und holt einen Delphin her, damit wir ihn lange streicheln koennen. Das ist bedeutend schoener, als das eingespielte Programm von vorher.

Am Mittag fahren wir weiter nach Sueden. Unterwegs ertappe ich mich dabei, dass ich an meine Arbeit bzw. an meinen Arbeitspaltz denke. Fehlt mir die Arbeit schon, oder habe ich inzwischen genug Abstand, ueber meine Arbeit nachzudenken? Ich entscheide mich mal fuer das Zweite.

Nach 4 Stunden reiner Fahrzeit erreichen wir Port Stephens, unser heutiges Etappenziel. Wir sind jetzt keine 200 Km mehr von Sydney entfernt. In Port Stephens wollen wir noch gerne ein paar ruhige Strandtage verbringen. Leider macht das Wetter nicht so mit. Auf der ganzen Strecke regenet es immer wieder.

9.11. 2008 Fahrtag

Mit ein bisschen Schrecken haben wir unsere Agenda gezueckt. In sieben Tagen sollten wir das Motorhome in Sydney abgeben. Wir sind aber noch mehr als 1000 Km entfernt und wollten uns doch noch einiges anschauen. Die Zeit rast wieder einmal furchtbar schnell (selbst auf Weltreise; leider haben wir noch keine Moeglichkeit herausgefunden, dass die Zeit wenigstens auf dieser Reise langsamer laeuft).

Wir fahren vom Lamington Nationalpark ueber Byron Bay nach Yamba, wo wir am Abend ankommen.

7. & 8. 11. Lamington Nationalpark

Ueber Brisbane fahren wir zum Lamington Nationalpark. Dieser Nationalpark ist ein Tip, den wir unterwegs erhalten haben. Die letzten ca. 60 Km bis zum Park geht es ueber eine enge, teils einspurige Strasse bis auf 1000 Meter hoch. Der Campground bei O'Reilleys, wo auch die Strasse aufhoert, ist etwas basic. Auf den gewohnten Strom- und Wasseranschluss muss man verzichten, beim Duschen muss man u.U. waehrend des Duschens die Dusche wechseln, weil kein warmes Wasser mehr kommt und das WC ist ein Plumpsklo - besonders lustig, wenn es dunkel ist...! Endlich wieder ein Hauch von Abenteuer. Uns gefaellt es. Im nahe gelegenen O'Railleys Guesthouse kann man dagegen fuer 300 Australische Dollar die Nacht in einer Suite verbringen mit wunderschoenem Ausblick. Wir bezahlen 19 Dollar, fuer den gleichen Ausblick. Auf den Rest verzichten wir mal.



Auf dem Campground huepfen ein paar Rockwallabies herum und mehrere Arten bunter Papageien fliegen einem um die Ohren.

Den naechsten Tag verbringen wir mit einer kleinen, 11 Km langen Rundwanderung, den "Box Forest Circuit". Das Risiko einer laengeren Tour gehen wir nicht ein, da fuer den Nachmittag Regen und Sturm angesagt sind. Wir laufen durch einen ausgesprochen schoenen Hoehenregenwald (1000 Meter hoch) mit riesigen, uralten und knorrigen Baeumen wie aus einem Maerchen. Man sieht auch immer wieder grosse Wuergefeigen, die sich ueber Jahre hinweg um einzelne Baeume schlingen. Die Wanderung fuehrt zwei mal durch den Canungra Creek, wobei wir einmal etwas suchen muessen, wo denn der Weg weiter geht.
Wir sind seit kaum 15 Minuten wieder bei O'Railleys angekommen, da faengt es an wie aus Kuebeln zu regnen. Puh, Glueck gehabt.

6.11. 2008 Hinterland

Nach einer weiteren Nacht in Hervey Bay trennen wir uns von Daeni, Caroline, Maxi und Alex. Daeni moechte einen Freund in Brisbane treffen; wir wollen eine kleine Tour im Hinterland unternehmen.

Wir fahren ueber Nambour zu einer sehr schoenen Rundfahrt durch die Blackall Range (Mapleton, Mountville, Maleny), machen an einem Wasserfall und an Aussichtspunkten halt und unternehmen einen kleinen Spaziergang. Immer wieder bietet sich ein herrlicher Blick auf die Kuestenebene und auf die Glass House Mountains.

3. - 5. 11. 2008 Fraser Island

Fraser Island ist ein Highlight. Es ist die groesste Sandinsel der Welt. Mit einem gemieteten Landcruiser, Platz fuer uns alle acht, das Noetigste zum Anziehen und zu trinken und zwei Flaschen Wein, machen wir uns auf den Weg zur Faehre. Der Andrang haelt sich in angenehmen Grenzen; ganz im gegensatz zu meiner Befuerchtung. Die naechsten beiden Tage fezen und rasen wir auf engen Sand"strassen" durch den Dschungel oder fegen am 75 Mile Beach entlang bis hoch zum Indian Head, einem sehr schoenen Aussichtspunkt, von wo aus wir Meeresschildkroeten und Rochen sehen (leider keine Wale).







unterwegs am 75 Mile Beach






Ausschau halten nach den Walen



Da wir zu den letzten gehoeren, die den Aussichtspunkt verlassen, muessen wir etwas auf das Gaspedal druecken, damit wir noch vor Einbruch der Dunkelheit an unserer Unterkunft sind. Natuerlich ueberholen wir ein paar Langsamfahrer, huepfen ueber Sandhuegel oder krachen zwischendurch durch ein Flussbett. Baden kann man auch auf der Insel, aber nicht im Meer. Darueber wuerden sich nur die zahlreichen Haie freuen. Macht aber nichts. Es gibt mehrere wunderschoene Seen mit Puderzuckersandstrand, die ein absolut vollwertiger Ersatz sind. Man muss nur etwas Glueck haben, dass man nicht gerade dann an einem See ist, wenn ein oder mehrere Ausflugsbusse erscheinen. Der Lake McKenzie ist traumhaft, aber eben auch am meisten besucht. Wir waren auch an den beiden Seen Lake Birrabeen und Lake Boomanjin, wo wir nahezu die einzigsten waren. Letzterer hat eine roetliche Einfaerbung wegen der umliegenden Teebaeume.





Lake Boomanjin mit roetlicher Faerbung



Das Fahren im tiefen Sand ist eine echte Herausforderung, andererseits lassen sich so herrlich Bubentraeume ausleben.





Timon, Alex, Maxi und Medea an einem der Seen auf Fraser Island

2.11.2008 Hervey Bay

Heute ist Fahrtag. Wir und die basler Familie wollen nach Hervey Bay, um moeglichst noch fuer morgen ein Auto fuer Fraser Island mieten zu koennen. Also heisst es noch mal drauf auf's Gaspedal halten und immer Richtung sueden.

Samstag, 22. November 2008

29.10.-1.11. 2008 Yappoon / Great Keppel Island

Es geht weiter nach Sueden, nach Yappoon, gegenueber von Great Keppel Island. Wir kommen am fruehen Abend an und fahren auf einen Campingplatz, der uns erst kurz vorher von der Touristeninformation empfohlen wurde. Auf dem Campingplatz selber wechseln wir den Platz, da der uns Zugewiesene keinen Schatten hat (was wir zum ersten Mal machen). Man mag nun an Zufaelle glauben oder nicht, aber wir haben jetzt einen Platz direkt neben dem basler Paar mit den beiden Jungs Maxi und Alex, die wir bereits am Cape Tribulation kennen gelernt haben. Von Frank und Susi erfahren wir, dass sie fuer 3 Tage auf die Great Keppel Island gegangen sind.

Die beiden naechsten Tage verbringen wir mit Daeni, Caroline und den beiden Jungs auf der sehr schoenen Great Keppel Island mit baden an verschiedenen Straenden. Beim Schnorcheln sehen wir auch Rochen. Wunderschoen, wie diese durchs Wasser "fliegen".

auf Great Keppel Island


Einige Resorts auf der Insel sind pleite gegangen und es wird erzaehlt, dass eine grosse Firma einen Grossteil der Insel aufkaufen moechte, um ein Resort mit Golfplatz zu errichten. Bleibt zu hoffen, dass es genug Gegenwehr dagegen gibt, denn die Insel ist wirklich sehr schoen.

Am letzten Tag zieht es uns vier in den nahe gelegenen Cooberrie Wildlife Park, wo es - nach eigener Werbung - 300 verschiedene Tierarten zu sehen gibt. Neben Pfauen sehen wir Emus, Wombats, suesse Koalas, Lizards, verschiedene Papageien, Cassuaries, Regenbogenlorys, Schlangen, traege Krokodile und andere Tiere. Am Ende gibt es noch eine kleine "Show", Vorfuehren eines Koalas, den man streicheln und fuer ein Extrageld auch heben darf, dann eine Schlange, die man heben darf und ein Kangaroojunges. Zum glueck keine reisserische Show, sondern gutes, professionelles Vorfuehren und Erklaeren.



kein Australienbesuch ohne einen Koala


Nach dem Park besuchen wir noch die Capricorn Caves, ein grosses Hoehlensystem. Ein Teil wurde zu einer Kathedrale ausgebaut. Unsere Fuehrerin liess ruhige Musik laufen (gute Akustik) und machte alle Lichter aus. Ist noch beeindruckend, v.a., wenn nur nach und nach verschiedene Kerzen, spaeter Lichter wieder angezuendet werden.